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Neun Faktoren, die die Planung und Optimierung des Lagerbestands beeinflussen

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Die Bestandsplanung ist anspruchsvoll. Da die Komplexität der Lieferkette weiter zunimmt, wird es immer schwieriger, optimale Lagerbestände zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Unabhängig vom Schwierigkeitsgrad muss der Lagerbestand jedoch verwaltet werden, und die Vorteile kommen denjenigen zugute, die dies erfolgreich tun. Wege zu finden, Kunden kosteneffizient zu bedienen, kann für ein Unternehmen den Unterschied zwischen Wachstum und Rückgang, zwischen Gewinn und Verlust bedeuten. Es ist ein ständiger Balanceakt: ausreichend Lagerbestand zu haben – nicht zu wenig und nicht zu viel. Wenn Sie für dieses empfindliche Gleichgewicht verantwortlich sind, sollten Sie bei der Planung Ihres Lagerbestands die folgenden neun Faktoren berücksichtigen:

Prognosequalität

Eine Lagerbestandsprognose kann einfach oder komplex sein. In manchen Betrieben handelt es sich um eine einfache Berechnung, bei der Umsatz und aktueller Lagerbestand über ein Jahr zur Prognose der Umschlagshäufigkeit herangezogen werden. Andere Berechnungen wie die wirtschaftliche Bestellmenge (EOQ) berücksichtigen eine Schätzung des Jahresbedarfs, Lagerhaltungskosten, Bestellkosten und Lagerkosten, um optimale Lagerbestände zu prognostizieren. Unabhängig von der Berechnungsmethode hat die Qualität der Prognose einen erheblichen Einfluss auf die Geschäftsabläufe. Ungenaue Verkaufsprognosen sowie saisonale Schwankungen nach oben oder unten können zu verpassten Lieferungen und Unterbrechungen in der Produktion führen.

Auftragsdurchlaufzeit und kumulierte Durchlaufzeit

Mit dem Wachstum der Weltwirtschaft sind die Lieferketten komplexer geworden. Diese Komplexität ist unter anderem auf die weitreichende Beschaffung und den Einkauf von Rohstoffen und Komponenten zurückzuführen. Manche Unternehmen müssen Lagerbestände lokal, regional und global beschaffen, um die niedrigsten Kosten zu erzielen. Die Vorlaufzeit für weit entfernte Produkte kann Verzögerungen in der Logistik an Häfen oder Flughäfen sowohl auf der Versand- als auch auf der Empfangsseite umfassen, was den Prozess verlängert. Lange Vorlaufzeiten für einzelne Komponenten erhöhen häufig auch die kumulierte Durchlaufzeit für Fertigprodukte. Überschreiten die Vorlaufzeiten für Artikel die erwartete Nachfüllzeit, ist der Einsatz verschiedener Lager- und Kapazitätsstrategien erforderlich, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen.  

Variabilität von Nachfrage und Angebot

Die Nachfragevariabilität ist die Differenz zwischen den prognostizierten Verkäufen und den tatsächlich ausgelieferten Mengen. Sie wird als Standardabweichung der Nachfrage dividiert durch den Mittelwert gemessen. Ist das Verhältnis niedrig, ist die Nachfrage konstant. Ist es hoch, ist die Nachfrage unregelmäßig oder volatil. Wenn ein Produkt einen stabilen Mittelwert, aber große Schwankungen über und unter dem Mittelwert aufweist, müssen Sie entscheiden, wann und wie Sie Engpässe ausgleichen, die zwangsläufig bei hoher Nachfrage auftreten. Obwohl Entscheidungen immer Teil der Planung bleiben, ist für die Bewältigung der Nachfragevariabilität eine genaue Statistik erforderlich, damit Sie diese Entscheidungen mit Sicherheit treffen können.

Gelegentlich treten Unterbrechungen oder Schwankungen in der Lieferfähigkeit von Anbietern auf. Diese Unterbrechungen können durch Wetter, Versand- und Logistikprobleme oder andere Faktoren verursacht werden. Bei Unterbrechungen ist eine schnelle Kommunikation erforderlich, um Kunden über den Status ihrer Bestellung zu informieren. In komplexen globalen Lieferketten mit manuellen Systemen und unzureichender Verfolgung und Überwachung der Warenbewegungen können sich Verzögerungen vervielfachen und die Zuverlässigkeit der Versorgung signifikant beeinträchtigen.

Servicelevel

Das Servicelevel ist die erwartete Wahrscheinlichkeit, während des nächsten Nachschubzyklus keinen Fehlbestand zu haben. Es ist ein Gleichgewicht zwischen dem Sicherheitsbestand, der zur Abdeckung der Vorlaufzeiten und der Kundennachfrage erforderlich ist, und den Lagerhaltungskosten. Es handelt sich um einen Kompromiss zwischen Chancen- und Betriebskosten. Manuelle Ansätze zur Anwendung von Serviceleveln auf Sicherheitsbestandsberechnungen sind oft „one size fits all“ für alle Artikel. Solche Ansätze führen dazu, dass für einige Artikel der Bestand passt, für andere zu viel und für den Rest zu wenig vorhanden ist. Die genaueste Berechnungsmethode ist ein statistischer Ansatz, der mehrere Datenelemente je Artikel benötigt. Ohne Planungssystem kann diese Methode herausfordernd sein. 

Transparenz von Kundenaufträgen

Je früher Kunden ihre Anforderungen für ein gewünschtes Versanddatum kommunizieren, desto weniger müssen Sie sich auf Prognosen und das damit verbundene Risiko von Prognoseungenauigkeit verlassen. Feste Zusagen ersetzen Unsicherheiten, was den Bedarf an Sicherheitsbeständen reduziert. Darüber hinaus können vorausschauende Informationen zum Kundenbestellverhalten statistische Prognosen ergänzen und so die Genauigkeit verbessern. 

Reaktionszeit des Kunden

Die Reaktionszeit bezeichnet die Geschwindigkeit, mit der der Kunde die Lieferung einer Bestellung erwartet.  Kürzere Reaktionszeiten im Vergleich zur kumulierten Durchlaufzeit erfordern größere Investitionen in Lagerbestand, Kapazität und Flexibilität, um die Anforderungen zu erfüllen.

Komplexität der Stückliste

Ob von einem diskreten Hersteller mit komplexen Rezepturen oder von Montageunternehmen – mehrstufige Stücklisten (BOMs) können schwer zu überblicken sein. In manchen Fällen existieren für dasselbe Produkt in verschiedenen Abteilungen unterschiedliche Stücklisten. In anderen Fällen gibt es Unterschiede bei den Maßeinheiten, was die Komplexität erhöht, wenn die Zahlen rechnerisch auf- oder abgerundet werden müssen, um einen für die Planer verständlichen Wert zu erhalten.

Besonders kompliziert wird es, wenn Stückliste und Planungssystem nicht verknüpft sind und stattdessen auf manuelle Berechnungen zurückgegriffen wird. Der Prozess wird zusätzlich erschwert, wenn kein adäquates oder automatisiertes Veränderungsmanagement für Stücklistenaktualisierungen vorhanden ist, was zu fehlerhaften Bestellungen oder Lagerungen von Komponenten führen kann – mit der Folge von Fehlbeständen oder Veralterung.

Kapazitäten

In Verbindung mit Vertriebs- und Bedarfsprognosen kann die Kapazitätsplanung die Lagerbestandsprognosen steuern. Fehlkalkulationen bei der Kapazität in Kombination mit ungenauen Bedarfsschätzungen können erhebliche Auswirkungen auf die Versorgung haben und zu Engpässen oder Überbeständen führen. Da viele Betriebe weiterhin einen Silo-Ansatz zwischen Kapazität, Lagerbestand und Durchlaufzeit verfolgen, werden die Kompromisse möglicherweise nie vollständig erkannt, und das System wird fortlaufend Lagerengpässe oder -überschüsse aufweisen.

Liefernetzwerk

Moderne Lieferketten sind weitreichende, vielfältige und lose verbundene Systeme, die sich über den gesamten Globus erstrecken. Wetter, Arbeitskonflikte, Zollprobleme, regionale Konflikte und zahlreiche weitere Faktoren können jederzeit einen oder mehrere Teile des Liefernetzwerks beeinflussen. Wenn Kommunikation und Überwachung fehlen, verlängert jede Unterbrechung die Zeit oder schafft die Voraussetzung für ein Bestandsrisiko.

Sie müssen all diese Faktoren – von den einfachen bis zu den komplexen – bei der Bestandsplanung berücksichtigen. Das Problem ist, dass bei vielen Unternehmen die Planungsprozesse immer noch manuell ablaufen oder aus tabellenbasierten Systemen bestehen, die nicht alle Eingaben berücksichtigen oder diese falsch berechnen. Mit unzureichenden Systemen ist die Nachschubplanung – das Festlegen und Überwachen von Lagerbeständen sowie das Auslösen von Nachschubaktionen zum richtigen Zeitpunkt – äußerst schwierig.  

Ein automatisiertes Bestandsplanungssystem, das Materialbedarfsplanung (MRP), Distributionsbedarfsplanung (DRP), Grobkapazitätsplanung (RCCP) und Auftragsplanung umfasst, kann diese Herausforderungen entschärfen. Das System automatisiert die Erstellung statistischer Prognosen zur Ergänzung tatsächlicher Kundenaufträge und berechnet Sicherheitsbestände automatisch mit statistischen Methoden. Verbrauchsrichtlinien unterstützen die Mitarbeitenden bei den Lageranforderungen. Die Lagerbestände werden automatisch an die Nachfrage angepasst. Artikel können nach geschäftlicher Bedeutung, Genauigkeit, Prognostizierbarkeit und Bestellfrequenz segmentiert werden.

Jeder der in diesem Blog beschriebenen Faktoren lässt sich mit einem Bestandsplanungssystem besser steuern. Ein solches System ermöglicht Ihnen die präzise Steuerung und Überwachung des Lagerbestands in Echtzeit, um die Optimierung sicherzustellen. Darüber hinaus reduziert die Umstellung auf ein automatisiertes System Faktoren wie manuelle Aufgaben, fehlende Überwachung, unzureichende Kommunikation und menschliche Fehler.

Themen: Supply-Chain-Management Planung

Plex Team
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Plex, by Rockwell Automation, ist der führende Anbieter von cloudbasierten Smart-Manufacturing-Lösungen und befähigt Hersteller weltweit, herausragende Produkte zu fertigen. Unsere Plattform verschafft Herstellern die Möglichkeit, jeden Aspekt ihres Unternehmens zu vernetzen, zu automatisieren, nachzuverfolgen und zu analysieren, um die Transformation voranzutreiben. Die Plex Smart Manufacturing Platform umfasst Lösungen für Manufacturing Execution (das MES), ERP, Qualität, Lieferkettenplanung und -management, industrielles Internet der Dinge und Analysen, um Menschen, Systeme, Maschinen und Lieferketten zu verbinden und ihnen eine präzise, effiziente und agile Führung zu ermöglichen.

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